Fairer Wettbewerb statt Abhängigkeit
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ist mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation nach Peking gereist. Ihre Botschaft: Deutschland sucht das Gespräch mit China – aber zu klaren Bedingungen.


- Wettbewerb? Gerne. Aber fair.
- Verlässliche Zugänge zu kritischen Rohstoffen
- Investitionen ja – aber mit Substanz
- Anerkennung, wo sie verdient ist
- Unsere Linie
China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner: rund 250 Milliarden Euro Handelsvolumen, etwa 5.000 deutsche Unternehmen vor Ort. Doch die Beziehung ist aus dem Gleichgewicht geraten. Bei seltenen Erden, ohne die kein modernes Auto, keine Maschine, keine Zukunftstechnologie auskommt, ist die Abhängigkeit zum strategischen Risiko geworden. Im Anschluss an den Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz im Februar führt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) den Gesprächsfaden mit Peking fort und macht deutlich, was Deutschland erwartet.
Wettbewerb? Gerne. Aber fair.
In ihren Gesprächen mit Chinas Handelsminister Wang Wentao und Vize-Ministerpräsident He Lifeng hat Reiche keinen Zweifel an der deutschen Position gelassen. „Wettbewerb ist uns nicht fremd. Wettbewerb bringt uns nach vorn“, so die Ministerin. Deutsche Unternehmen scheuen keinen Vergleich.
Entscheidend ist, wie dieser Wettbewerb organisiert ist. Das Leitprinzip der Bundesregierung ist und bleibt Reziprozität: vergleichbare Marktzugangs- und Wettbewerbsbedingungen auf beiden Seiten. Was für chinesische Unternehmen in Deutschland gilt, muss auch für deutsche Unternehmen in China gelten.
Verlässliche Zugänge zu kritischen Rohstoffen
Im Zentrum der Gespräche standen seltene Erden und kritische Mineralien. China hat im Zuge seines Handelsstreits mit den USA Ausfuhrlizenzen für sieben seltene Erden eingeführt – ein Vorgang, der die deutsche Wirtschaft direkt trifft.
„Deutsche Unternehmen brauchen Zugang zu kritischen Mineralien und seltenen Erden, weil die moderne Welt, moderne Technologien ohne diese Rohstoffe nicht denkbar sind.“ Katherina Reiche
Ihr Ziel ist klar: Zugänge schaffen, auf die sich unsere Unternehmen verlassen können.
Investitionen ja – aber mit Substanz
Chinesische Investitionen in Deutschland sind willkommen. Aber Deutschland ist kein Standort für beliebige Fertigung. Was zählt, sind Innovation, Fertigungstiefe und dauerhafte Investitionen – eine Balance, von der beide Seiten profitieren.
Anerkennung, wo sie verdient ist
Reiche fand auch klare Worte der Anerkennung: China habe sich mit beeindruckender Dynamik zu einem der weltweit bedeutendsten Industrie-, Technologie- und Innovationsstandorte entwickelt. Beim Treffen mit Vize-Minister Zhou Haibing, einem ausgebildeten Bauingenieur, fand Reiche ein treffendes Bild: Statik und Belastbarkeit seien ihm vertraut.
„So wollen wir auch unsere Beziehungen gestalten.“ Katherina Reiche
Unsere Linie
Mit der Reise von Ministerin Reiche zeigt die CDU-geführte Bundesregierung, wie moderne China-Politik aussieht: Im Gespräch bleiben, ohne naiv zu sein. Kooperation suchen, wo sie beiden nützt. Klar benennen, wo Deutschland Veränderungen erwartet. Offenheit, Wettbewerb und gegenseitiger Nutzen – das ist die Grundlage, auf der Deutschland mit China zusammenarbeiten will.



