80 Jahre Parteiprogramm von Neheim-Hüsten
Im März 1946 verabschiedete die junge CDU im Karolinen-Hospital von Neheim-Hüsten ihr erstes überregionales Programm. 80 Jahre später kehrt Bundeskanzler Friedrich Merz an den Gründungsort in seiner Heimat zurück. Seine Botschaft: Deutschland hat die Kraft zum Aufbruch – damals wie heute.


- Die Soziale Marktwirtschaft: Grundlage unseres Wohlstands
- 1946 und 2026: Verunsicherung – und neuer Aufbruch
- Zielbild 2035: Ein Land, das wieder an sich glaubt
Sauerland, 1. März 1946. Männer und Frauen aus der ganzen britischen Besatzungszone kommen zu Fuß, auf Fahrrädern, auf Kohlenzügen ins Karolinen-Hospital nach Neheim-Hüsten. Deutschland liegt in Trümmern. Millionen Menschen werden vermisst. Eine halbe Million Kinder weiß nicht, wo ihre Eltern sind. Und doch verabschieden Konrad Adenauer und seine Mitstreiter in diesem Krankenhaus das erste überregionale Programm der jungen CDU.
Bundeskanzler Friedrich Merz erinnert heute, 80 Jahre später, vor Ort an diesen Moment. Das Neheim-Hüstener Programm, so der Kanzler, war eine Werte-Entscheidung: gegen die Allmacht des Staates, gegen jeden Totalitarismus – und für die unveräußerliche Würde jedes einzelnen Menschen, für Freiheit und Verantwortung. Viele Gründer hatten dem NS-Regime widerstanden.
Die Soziale Marktwirtschaft: Grundlage unseres Wohlstands
Aus Neheim-Hüsten, dem Ahlener Programm 1947 und den Düsseldorfer Leitsätzen 1949 wurde, was Ludwig Erhard zur politischen Praxis machte: die Soziale Marktwirtschaft. Sie war die Grundlage des Wirschaftswunders – das, so Merz, „eigentlich gar kein Wunder war“, sondern das Ergebnis dessen, dass Millionen Menschen wieder anpackten. Die CDU prägte in der Folge die Bundesrepublik wie keine andere Kraft: Westbindung, NATO, Aussöhnung mit Israel, Polen und Frankreich, europäische Integration. Mit Helmut Kohl folgten Mauerfall und Wiedervereinigung.
1946 und 2026: Verunsicherung – und neuer Aufbruch
Die Not von 1946 ist längst überwunden. Aber Verunsicherung kennen viele Menschen auch heute wieder: Kriege, steigende Preise, Polarisierung, der Verlust alter Gewissheiten.
„Wir sind nicht hilflos, wir sind nicht hoffnungslos, und wir sind schon gar nicht verloren.“ Bundeskanzler Friedrich Merz
Der Bundeskanzler verweist auf die Stärken des Landes – nicht zuletzt im Sauerland mit seinen Mittelständlern, Hidden Champions und einem dichten Ehrenamt. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 3.568 Start-ups gegründet, ein Plus von fast 30 Prozent und die höchste je gemessene Zahl.
Doch diese Stärke trägt sich nicht mehr von selbst. Mit der Neuen Grundsicherung wird das Bürgergeld abgelöst, mit der Reform der Krankenversicherung sichert Gesund- heitsministerin Nina Warken Beitragsstabilität. Es folgen Pflege, Steuern, Rente, Arbeitsmarkt und ein beherzter Rückbau der Bürokratie.
Klare Kante zeigt der Merz gegenüber den politischen Rändern:
„Wir haben mit Konrad Adenauer den deutschen Nationalismus überwunden, wir wollen nie wieder dahin zurück. Wir sind deutsche Patrioten und glauben fest an ein einiges Europa. Das ist und bleibt der Markenkern der Christlich-Demokratischen Union.“
Zielbild 2035: Ein Land, das wieder an sich glaubt
Merz beschreibt, wie Deutschland in zehn Jahren aussehen kann: Genehmigungen digital in Tagen statt Monaten. Bezahlbare und verlässliche Energie. Ein modernes Industrieland mit leistungsfähiger Infrastruktur. Eine Bundeswehr als leistungsfähigste konventionelle Armee Europas. Ein Staat, den Unternehmerinnen und Unternehmer als Partner erleben.
„Wenn sich Konrad Adenauer und seine Wegbegleiter das damals trotz aller Zweifel zutrauten – warum sollten wir uns heute keine gute Zukunft mehr zutrauen?“
Friedrich Merz liefert auf diese Frage zugleich die Antwort:

„Die Stärke Deutschlands ist immer dann gewachsen, wenn Verantwortung und Zusammenhalt größer als Angst und Verunsicherung waren. Deutschland hat die Kraft für einen neuen Aufbruch. Und ich bin persönlich mit aller Kraft entschlossen, diesen Aufbruch mit meiner Regierung auch zu ermöglichen.“



