Wohlstand für Junge: Merz stellt Kurs auf Zukunft
Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Konrad-Adenauer-Stiftung mit jungen Menschen über Wohnen, Gründen und die Zukunft Deutschlands gesprochen. Seine Botschaft: „Ich fühle mich dieser Generation verpflichtet."


- Eine neue Perspektive
- Fünf Handlungsfelder für mehr Generationengerechtigkeit
- „Ich fühle mich dieser Generation verpflichtet"
Im Jubiläumsjahr zum 150. Geburtstag Konrad Adenauers erklärte Merz, Deutschland muss jungen Menschen Bedingungen wieder eine Perspektive bieten.
Eine neue Perspektive
Für seine Generation ist das Wohlstandsversprechen eingehalten worden, so der Bundeskanzler. Merz bezog sich auf Ludwig Erhards „Wohlstand für alle“ und das neue Buch „Wohlstand für Junge“ von Stefan Kolev. Nun gilt es, dieses Versprechen auch unter veränderten geopolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen zu erneuern. Dabei verwies er auf einen weniger verlässlichen Partner USA, den Krieg Russlands gegen die Ukraine und den wirtschaftlichen Wettbewerb mit China.
„Wir müssen ihnen unter viel schwierigeren Umständen erneut eine solche Perspektive eröffnen.“ Bundeskanzler Friedrich Merz
Fünf Handlungsfelder für mehr Generationengerechtigkeit
Bezahlbarer Wohnraum. Die Wohnungsfrage bezeichnete Merz als „die große soziale Frage, die wir zurzeit unzureichend beantworten“. Deutschland baue „zu kompliziert und zu teuer“. Als Lösungsansätze nannte er die Ausweisung neuer Baugebiete sowie den sogenannten Gebäudetyp E: einfacheres Bauen mit reduzierten Standards.
Kapitalmarkt und Startups. Merz verwies auf Rekordzahlen bei Gründungen: 2025 entstanden mehr als 3.500 Startups, viele davon im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Damit diese Unternehmen auch in der Wachstumsphase in Europa weiter expandieren können, braucht es jedoch bessere Finanzierungsmöglichkeiten und einen leistungsfähigeren europäischen Kapitalmarkt. Sein Ziel ist, innovative Unternehmen beim Übergang vom Startup zum international erfolgreichen Wachstumsunternehmen stärker zu unterstützen. Ein ermutigendes Beispiel ist Isar Aerospace: Das Münchner Unternehmen hat als erstes europäisches Startup eine privat finanzierte Rakete erfolgreich ins All gebracht und damit eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in Europas Gründerszene steckt.
Rentenreform. Die geplante Reform bezeichnete Merz als „die größte Rentenreform nach der Rentenreform, die Adenauer 1956 eingeführt hat“. Ziel ist es, das umlagefinanzierte System schrittweise durch einen kapitalgedeckten Anteil zu ergänzen. Jeder Versicherte soll ein eigenes Kapital-Konto erhalten, das vor dem Zugriff des Staates geschützt ist.
Wirtschaftliche Bildung. Viele Schülerinnen und Schüler lernen die Grundlagen der Marktwirtschaft zu spät oder gar nicht, kritisierte der Bundeskanzler. Eine Untersuchung zeigt: Während 70 Prozent der amerikanischen Studierenden sich selbstständig machen wollen, streben in Deutschland 70 Prozent in den öffentlichen Dienst. „Die politische Bildung in unseren Schulen muss sehr viel stärker auch das Thema Wirtschaft umfassen“, forderte Merz.
Mehr Zuversicht. Deutschland neigt dazu, Misserfolge zu überbewerten und Erfolge zu verschweigen, so der Bundeskanzler. Als Beispiele für positive Entwicklungen nannte er Alexander Zverevs Erfolg bei den US Open und die Leistungen der Basketball-Frauen bei der Weltmeisterschaft. Solche Erfolge zeigen, was möglich ist.
„Ich fühle mich dieser Generation verpflichtet“
Zum Abschluss seiner Rede hatte Merz eine persönliche Botschaft:

„Wenn ich gefragt werde, warum ich heute in diesem Amt bin und warum ich auch fest daran glaube, dass wir eine Chance haben, dieses Land nach vorn zu bringen, dann ist meine Antwort: weil ich mich dieser Generation verpflichtet fühle. Nicht meiner oder der meiner Eltern, sondern der jungen Generation – diesen jungen Menschen in Deutschland, die meine Kinder und meine Enkelkinder sein könnten, die Perspektive zu geben, die wir in meiner Generation gehabt haben.“ Bundeskanzler Friedrich Merz



