Wir wollen den Wählerwillen im Bundestagswahlrecht wieder eindeutig abbilden : Bundestagswahlrecht ändern

Wer ein Direktmandat gewinnt, muss einziehen

Bei der Bundestagswahl 2025 haben 25 Kandidatinnen und Kandidaten ihren Wahlkreis gewonnen und wurden dennoch nicht in den Deutschen Bundestag aufgenommen. Sieger wurden also zu Verlierern. Allein bei der CDU konnten 15 Wahlkreissieger nicht in den Deutschen Bundestag einziehen, drei weitere von unserer Schwesternpartei CSU. Ziemlich ungerecht, aber warum ist das so?

Die damalige Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP hatte das Wahlrecht geändert. Früher zog jeder Wahlkreissieger automatisch in den Deutschen Bundestag ein. Seit der Reform von SPD, Grünen und FDP zählt aber entscheidend die Zweitstimme. Wenn eine Partei in einem Land mehr Wahlkreise gewinnt, als ihr nach Zweitstimme Sitze zustehen, werden die Kandidaten mit den schwächeren Erststimmenergebnisse „von unten“ gestrichen.

Mit der Entscheidung von SPD, Grünen und FDP wurden also die so genannten Direktmandate entwertet und die Stimme der Menschen vor Ort geschwächt. Denn mit der Erststimme treffen Bürgerinnen und Bürger eine klare, bewusste Entscheidung: Sie wählen eine Person, die ihre Region im Bundestag vertreten soll. Doch genau dieser Wille wurde mit dem neuen Wahlrecht missachtet, wenn direkt gewählte Kandidatinnen und Kandidaten trotz Wahlsieg keinen Sitz erhalten.

Deshalb fordert die CDU: Wer gewinnt, muss auch einziehen – alles andere untergräbt das Vertrauen in demokratische Entscheidungen. Ein Wahlrecht, das gewählte Vertreter nachträglich wieder „streicht“, stellt den Wählerwillen infrage – und das ist nicht akzeptabel. Wir sagen klar: Der Wählerwille muss wieder zählen. Wahlkreissieger gehören in den Deutschen Bundestag. Unser Ziel ist eindeutig: ein funktionsfähiger Bundestag – und zugleich verlässliche, respektierte Direktwahlen. Beides ist möglich.

Unsere betroffenen Wahlkreissieger:

Schleswig-Holstein

  • Petra Nicolaisen: Wahlkreissiegerin Flensburg – Schleswig (26,5 Prozent)

Hessen

  • Anna-Maria Bischof: Wahlkreissiegerin Schwalm-Eder (30,1 Prozent)
  • Yannick Schwander: Wahlkreisieger Frankfurt am Main I (26,0 Prozent)
  • Leopold Born: Wahlkreissieger Frankfurt am Main II (27,4 Prozent)
  • Marcus Kretschmann: Wahlkreissieger Groß-Gerau (30,3 Prozent)
  • Dr. Astrid Mannes: Wahlkreissiegerin Darmstadt (26,7 Prozent)

Rheinland-Pfalz

  • Dominik Sienkiewicz: Wahlkreissieger Trier (30,8 Prozent)
  • Ursula Groden-Kranich: Wahlkreissiegerin Mainz (27,3 Prozent)
  • Sertac Bilgin: Wahlkreissieger Ludwigshafen/Frankenthal (27,1 Prozent)

Baden-Württemberg

  • Maximilian Mörseburg: Wahlkreissieger Stuttgart II (30,4 Prozent)
  • Alexander Föhr: Wahlkreissieger Heidelberg (29,2 Prozent)
  • Melis Sekmen: Wahlkreissiegerin Mannheim (24,7 Prozent)
  • Moritz Oppelt: Wahlkreissieger Rhein-Neckar (34,4 Prozent) – inzwischen Justizminister in Baden-Württemberg
  • Stefan Glaser: Wahlkreissieger Lörrach – Müllheim (33,2 Prozent) – inzwischen nachgerückt in den Deutschen Bundestag
  • Christoph Naser: Wahlkreissieger Tübingen (31,7 Prozent) – inzwischen nachgerückt in den Deutschen Bundestag

Bayern (CSU)

  • Dr. Volker Ulrich: Wahlkreissieger Augsburg-Stadt (31,1 Prozent) 
  • Sebastian Brehm: Wahlkreissieger Nürnberg-Nord (30,2 Prozent)  
  • Claudia Küng: Wahlkreissiegerin München-Süd (30,4 Prozent)