Beschlossen: Die Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung
Im Bundeskabinett wurde die neue Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung beschlossen. Bundeswirtschaftsministerin Katerina Reiche stellte sie heute in Berlin vor. Das ermöglicht, dass Unternehmen nicht nur in Deutschland gegründet werden, sondern auch hier wachsen und langfristig erfolgreich sind.


- Privates Kapital mobilisieren: Mehr Mut zum Risiko
- Der digitale Durchbruch: Ein Klick, und die Firma steht
- Leistung muss sich lohnen: Talente fest binden
- Der Staat als starker Ankerkunde
- Einheitlich wachsen: Europa als Heimat
Mit der neuen Startup- und Scale-up-Strategie der Bundesregierung sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie werden Bürokratie abgebaut, privates Kapital mobilisiert und Startups zu Innovationsmotoren gemacht.
Das Land steckt voller kluger Köpfe, starker Ideen, genialer Gründer und wegweisender Innovationen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden mehr als 3.000 Startups neu gegründet. Das ist ein Rekordwert und 52 % mehr als im zweiten Halbjahr 2025. Auch 2025 war schon ein Rekordjahr. Startups und Scale-ups sind wichtige Arbeitgeber: Bereits 2024 beschäftigten sie rund 522.000 Menschen – etwa ein Viertel mehr als noch vier Jahre zuvor.
Doch wer heute ein Unternehmen aufbauen will, kämpft oft gegen Windmühlen aus Genehmigungsverfahren, starre Regeln und mangelndes Wachstumskapital. Fast 90 Prozent der Startups sagen ganz klar: Zu viel Bürokratie treibt gute Ideen ins Ausland. Das muss sich grundlegend ändern. Unter Führung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird genau hier angesetzt: Für die Sicherung des Wohlstands braucht es eine neue Gründerkultur – schneller, digitaler und mutiger.
Privates Kapital mobilisieren: Mehr Mut zum Risiko
In Deutschland schlummern enorme private Vermögen. Doch viel zu wenig davon fließt dorthin, wo Neues entsteht. Während in den USA rund zwei Prozent des Kapitals in Wagniskapital investiert werden, hinkt Europa weit hinterher. Die Folge ist eine jährliche Finanzierungslücke von rund 30 Milliarden Euro. Deshalb wird auf private Stärke gesetzt: Mit der „WIN-Initiative“ will die Bundesregierung die Zusagen für Wagniskapital auf mehr als 25 Milliarden Euro verdoppeln. So wird sichergestellt, dass privates Kapital und Innovationskraft endlich zueinander finden.
Der digitale Durchbruch: Ein Klick, und die Firma steht
Gründer wollen Unternehmen aufbauen und brauchen schnelle Entscheidungen. Mit dem Hebelprojekt der Bundesregierung „Schneller Gründen“ wird mit dem Behörden-Marathon Schluss gemacht. Künftig läuft die Gründung komplett digital: Daten werden nur einmal eingegeben, die Steuernummer kommt schneller und das Handelsregister schaltet sich automatisch an. Das Ziel bis Ende 2026 ist ein klares Gesetz zur Gründungsbeschleunigung. Staat und Behörden sollen vom Verwalter zum Ermöglicher werden.
Leistung muss sich lohnen: Talente fest binden
Damit junge Unternehmen im globalen Wettbewerb um die besten Talente mithalten können, müssen Mitarbeiter am Erfolg beteiligt werden. Bisher scheiterte das oft an absurden Hürden wie Steuern auf Anteile, die noch gar nicht ausgezahlt wurden („Dry Income“). Das Bundeswirtschaftsministerium sorgt für die Kehrtwende: Mitarbeiterkapitalbeteiligungen werden praxistauglich gestaltet und ein zeitgleicher Aufschub bei den Sozialabgaben geprüft. Wer anpackt und ein Startup mit großzieht, soll am Ende auch ganz konkret vom Erfolg profitieren
Der Staat als starker Ankerkunde
Der Staat ist kein guter Unternehmer, aber er kann ein hervorragender erster Kunde sein. Bisher hatten Startups enorme Hürden, an öffentliche Aufträge zu kommen. Das wird von der Bundesregierung grundlegend geändert: Künftig werden Direktaufträge an Startups bis 100.000 Euro ganz ohne aufwendigen Teilnahmewettbewerb ermöglicht. Auch die Sicherheitsarchitektur braucht neue Impulse – gerade im Bereich Defence Tech zeigt sich, wie wichtig innovative, digitale Lösungen für die eigene Souveränität sind. Die Bundeswehr wird hier zum verlässlichen Ankerkunde. Somit trägt die neue Startup-Strategie auch zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands bei.
Einheitlich wachsen: Europa als Heimat
Wer in Deutschland wächst, will oft den ganzen europäischen Markt erobern. Bisher scheiterte das an einem Flickenteppich aus nationalen Gesetzen. Die Bundesregierung setzt sich auf EU-Ebene mit Nachdruck für das europäische „28. Regime“ ein. Damit wird eine einheitliche Rechtsform für den Binnenmarkt geschaffen. Einmal gründen und in ganz Europa skalieren – das nimmt den Druck und gibt Unternehmen die Flughöhe, die im internationalen Wettbewerb dringend gebraucht wird.



