1. Die Zahlen sind beunruhigend!
  2. Die Dunkelziffer ist sehr hoch.
  3. Gewalt muss bestraft werden.

Es trifft Frauen oft härter. Die körperlichen Verletzungen sind oft stärker. Doch von psychischer oder körperlicher Gewalt in der Partnerschaft sind Frauen und Männer in den letzten fünf Jahren ähnlich häufig betroffen. Das legt jetzt eine sogenannte Dunkelfeldstudie des BKA offen. Familienministerin Karin Prien stellte sie jetzt mit Innenminister Alexander Dobrindt vor.

Die Zahlen sind beunruhigend!

„Fast jede sechste Person erlebt körperliche Gewalt in der Partnerschaft – und 19 von 20 Taten werden nicht angezeigt.“ Das machte Familienministerin Karin Prien deutlich. Dazu kommt: Frauen werden öfter Opfer von sexuellen Übergriffen.

Hinterherpfeifen, anzügliche Witze, musternde Blicke, Drohungen oder Berührungen – es sind nur Beispiele. Jede dritte Frau wurde in den letzten 5 Jahren Opfer von sexueller Anmache oder Bedrohung. Die Täter sind fast zur Hälfte Ex-Partner. Eine von sieben Frauen wurde sogar Opfer direkter Übergriffe. Die Täter sind hierbei meist Fremde oder nur flüchtige Bekannte.

Die Studie zeigt auch: Stalking wird zunehmend zum Problem: Gut jede und jeder Fünfte hat das schon erlebt. In den letzten 5 Jahren traf es eine von zehn Personen. Und: Viele junge Frauen im Alter von 16 bis 24 Jahren werden dabei auch Opfer von K.O.-Tropfen!

Die Dunkelziffer ist sehr hoch.

„Die Zahlen machen sichtbar, was lange im Verborgenen lag: Das Dunkelfeld bei partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt ist riesig. Gewalt ist kein Randphänomen, sie betrifft Millionen Menschen in unserem Land“, so Prien.

Das größte Problem: Gewalt in der Partnerschaft tritt in einem sehr geschützten Bereich auf. Täter sind gerade die Personen, die man im Normalfall um Hilfe bitten würde. „Dieses Schweigen ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck von Angst und offenbar fehlenden Zugängen zu Hilfe“, stellte Prien klar. „Genau deshalb bauen wir Hürden ab und schaffen mit dem Gewalthilfegesetz ein verlässliches, flächendeckendes Schutznetz. Wir müssen Gewalt verhindern, bevor sie entsteht. Schuld und Scham liegen immer bei den Tätern, niemals bei den Betroffenen.“

Gewalt muss bestraft werden.

Das gilt auch – und besonders – für Gewalt in der Partnerschaft. Innenminister Alexander Dobrindt betonte: „Wir setzen früh an und klären junge Menschen auf an welcher Stelle Gewalt in der Partnerschaft beginnt. Es geht um mehr Schutz für die Opfer und härtere Strafen für die Täter.“

Der Innenminister kündigte deutlich härtere Strafen an. KO-Tropfen werden künftig geahndet wie Waffen, sagte er. Diese sind eine „besonders widerwärtige Form der Gewalt“. Die Opfer von Gewalt will er in den Mittelpunkt zu stellen. „Die Opfer brauchen Schutz und müssen sich frei bewegen können. Darum ist es gut, dass jetzt das spanische Modell der Fußfessel auch in Deutschland kommt.“

Die Ergebnisse der Studie und weitere Informationen finden Sie hier.