MTA-Reform: Lohn statt Schulgeld

Gute Medizin braucht weit mehr als Arzt und Ärztin. Nach der Pflegereform werden jetzt auch die Berufe in der medizinischen Technologie aufgewertet. Wer eine MTA-Ausbildung (Medizinisch-Technische Assistenz) beginnt, bezahlt künftig kein Schuldgeld mehr. Stattdessen gibt es einen Azubi-Lohn. Die Ausbildung wird praxisnah und modern. Der Deutsche Bundestag hat die Reform jetzt beschlossen. Jetzt muss der Bundesrat zustimmen.

Die Ausgangslage zeigt Handlungsbedarf, macht Roy Kühne im Bundestag deutlich: „Zwei Drittel der MTA-Schülerinnen und Schüler der BBS in Osterode gehen nebenbei 8 Stunden wöchentlich arbeiten. Ich glaube, das brauchen wir nicht. Wir brauchen hochmotivierte Mitarbeiter.“

Moderne Ausbildung mit Aufstiegschancen

Kühne macht deutlich: Mit dem MTA-Reformgesetz wird „das, was draußen im Alltag passiert in der Politik umgesetzt.“ Mit dem MTA-Reform-Gesetz wird die praktische Ausbildung erweitert. Das Ausbildungsziel wird modernisiert, konkretisiert und neu strukturiert – und damit an veränderte Anforderungen angepasst. Ein verbindlicher Ausbildungsvertrag wird vorgeschrieben. „Wir regeln in diesem Gesetz Kompetenzen, Verantwortung, Schulgeld.“

Das MTA-Reform-Gesetz betrifft die Laboratoriumsdiagnostik, Radiologie, Funktionsdiagnostik und die medizinische Technologie für Veterinärmedizin. Die Berufsbezeichnung Medizinisch-Technische Assistenz (MTA) wird ersetzt durch die Bezeichnung medizinischer Technologe bzw. Technologin. Die Tätigkeiten sollen im bisherigen Umfang erhalten bleiben.

Auch das Notfallsanitäter-Gesetz wird angepasst

Notfallsanitätern wird in besonderen Einsatzsituationen und innerhalb fester Grenzen die Ausübung von Heilkunde gestattet. Das schafft mehr Rechtssicherheit. „Die es auf der Straße betrifft“, so Kühne“, sie werden es danken: der Patient und der Notfallsanitäter.“

Das Gesetz ist ein „wichtiger Baustein der Umsetzung des ‘Gesamtkonzepts Gesundheitsfachberufe’“, wie es auf der Seite des Gesundheitsministeriums heißt. Kühne macht deutlich, das Gesetz sei „eine klare Fortsetzung der Gedanken, welche Kompetenzen können wir abholen, wen können wir wie verantwortungsvoll einbringen“. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter müssen eingebunden werden, so Kühne: „Es gilt diesen Schatz zu heben.“ Kühne dankt „ausdrücklich den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die aus den Gesundheitsfachberufen kommen und in dieser Pandemie einen tollen Job machen“.