Tod, Trauer, Zerstörung – nach einem Jahr sind die Spuren der tödlichen Flut in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und NRW noch überall sichtbar. Kaputte Häuser und Wohnungen, zerstörte Infrastruktur: Nur mit viel Improvisation können die Menschen ihren Alltag gestalten – der Wiederaufbau läuft vielerorts nur sehr schleppend.

CDU-Partei und Fraktionschef Friedrich Merz kritisierte bei einem Besuch im Ahrtal Verzögerungen beim Wiederaufbau. Es sei „ganz offensichtlich so, dass die Bürokratie in Deutschland zu langsam arbeitet und die Anträge (auf staatliche Hilfszahlungen) zu lange dauern, die Genehmigungen zu lange dauern, spontane Hilfe zu lange dauert“, sagte er in Rech an der Ahr. Das Versprechen unbürokratischer Hilfe sei „offensichtlich nicht wirklich umgesetzt worden“. Er habe sich vor Ort ein Bild von der Lage machen und mit Betroffenen sprechen wollen, ergänzte Merz. In den Winzerdörfern Rech und Dernau, wo viele Häuser nur noch abgerissen werden konnten, sprach er mit Betroffenen und drückte sein tief empfundenes Mitgefühl aus. In Dernau traf der CDU-Vorsitzende beispielsweise auf die Bewohner eines Containerdorfs für Senioren, die durch die Flut ihre vier Wände verloren hatten.

Druck der CDU zeigt Wirkung

Er kritisierte, dass Flutopfer im von der SPD regierten Rheinland-Pfalz normalerweise nur einen Erstabschlag von 20 Prozent ihrer beantragten Hilfe aus dem Wiederaufbaufonds bekommen, während Flutbetroffene im CDU-geführten Nordrhein-Westfalen in der Regel 40 Prozent als erste Zahlung erhalten. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin hatte erst kürzlich nach deutlicher Kritik von Flutopfern und CDU-Politikern angekündigt, dass auch in ihrem Bundesland Hochwassergeschädigte „in Härtefällen“ bis zu 40 Prozent Abschlag für den Wiederaufbau ihrer Häuser bekommen könnten.

Die Flutkatastrophe mit mindestens 134 Toten und 766 Verletzten im Ahrtal jährt sich in diesen Tagen zum ersten Mal. Tausende verloren dabei ihr Hab und Gut. Einzig die große Hilfsbereitschaft von vielen Freiwilligen sowie ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungskräfte war ein Lichtblick, wie NRW-Innenminister Herbert Reul gegenüber dem Deutschlandfunk betonte und bei denen er sich noch einmal ausdrücklich bedankte.