Verbraucher sollen sich bewusst für Fleisch aus guter Tierzucht entscheiden können. Die Bundesregierung will deshalb ein sichtbares Zeichen für gute Tierhaltung einführen. Das hat das Bundeskabinett jetzt beschlossen. Um das Label zu bekommen, muss die Tierhaltung deutlich besser sein als der gesetzliche Mindeststandard. Das Label deckt zunächst nur die Schweinezucht ab, soll aber auf weitere Zuchttiere erweitert werden.

Der 2019er Ernährungsreport des Landwirtschaftsministeriums zeigt: Viele Verbraucher wünschen sich beim Fleischkauf klare Hinweise auf die Qualität der Tierhaltung. Das neue Label trägt dem Rechnung. Es geht mit der Bewertung der Qualität der Tierhaltung über das Label einiger Einzelhändler hinaus, die nur auf die Art der Haltung hinweisen.

Julia Klöckner: Mehr Tierwohl ist nicht kostenlos

Klöckner erwartet, dass Verbraucher für Fleisch mit Tierwohl-Label mehr bezahlen. Das ist auch notwendig. Denn auch viele Landwirte müssten für bessere Haltung zusätzlich investieren. Bauern müssen den Tieren mehr Raum geben, wollen sie das Label erhalten.

Das neue Label soll zunächst freiwillig sein. Klöckner stellt klar, dass eine Kennzeichnungspflicht abseits von EU-Regeln auch zunächst nicht umsetzbar ist. Deshalb seien auch in den Niederlanden und in Dänemark freiwillige Label eingeführt worden. Klöckner wird eine Initiative für eine EU-weite verpflichtende Kennzeichnung starten.

Das jetzt geplante Label soll auch ein erster Schritt einer „umfassenden Nutztierstrategie“ sein. Ziel ist eine „gesellschaftlich akzeptierte Nutztierhaltung“.

Damit das Label auch Hand und Fuß hat, wird es auf der Grundlage wissenschaftlicher Kriterien und praktischer Erfahrungen erarbeitet. Beteiligt an dieser Erarbeitung sind daher Vertreter der Landwirtschaft, vom Verbraucherschutz sowie von Tierschutz- und Verbraucherschutzverbänden.