Angela Merkel verzichtet auf erneute Kandidatur für CDU-Vorsitz.

29.10.2018

Angela Merkel verzichtet auf erneute Kandidatur für CDU-Vorsitz.

Die CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, wird auf dem kommenden CDU-Parteitag nicht wieder für den Parteivorsitz kandidieren. Das erklärte sie im Anschluss an die Sitzung des CDU-Bundesvorstandes. Der Stellvertretende CDU-Vorsitzende, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, zollte Merkel „Dank, Anerkennung und Respekt“.

Merkel erklärte nach den Sitzungen von Präsidium und Bundesvorstand im Berliner Konrad-Adenauer-Haus, sie werde auf dem kommenden Parteitag der CDU in Hamburg nicht erneut kandidieren. Sie erklärte auch, dass die laufende Amtszeit als Bundeskanzlerin ihre letzte sein wird. Gleichzeitig sei sie bereit und willens, bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode Kanzlerin zu bleiben, auch wenn sie damit von ihrem eigenen Grundsatz abweiche, dass CDU-Vorsitz und Kanzlerschaft zusammengehörten, solange die CDU die Regierung führe. Durch die heutige Erklärung erhalte die Partei Zeit, ihre Nachfolge anzugehen.

Die Entscheidung sei „das Ergebnis meines persönlichen Innehaltens und Nachdenkens“, sagte Merkel und verwies zur Begründung unter anderem auf das „enttäuschende und bittere“ Ergebnis der Hessen-Wahl. Sie wolle „nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, betonte Merkel in einer sehr persönlichen Erklärung. Als Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende trage sie die Verantwortung – „für Gelungenes und Misslungenes“.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier bezeichnete die Entscheidung Merkels als „tiefe Zäsur für die CDU Deutschlands“. Angela Merkel gebühre „Dank, Anerkennung und Respekt“. Ihr Entschluss sei eine „klare, noble und richtige Entscheidung“. Und zu Angela Merkel gewandt fügte er hinzu: „Danke! Das ist sehr bewegend.“

Mit Blick auf sein Bundesland betonte Bouffier, dass die „drastischen Verluste“ angesichts „guter Noten für die Arbeit und hohem Vertrauen in die Landesregierung“ sehr bitter seien. Die CDU nehme das Ergebnis trotz der Verluste als Auftrag, eine Regierung zu bilden. Dafür wolle er mit SPD, Grünen und SPD in nächster Zeit Vorabgespräche führen. „Ich bin zuversichhtlich, dass ich meine Arbeit als Ministerpräsident fortführen kann“, erklärte er abschließend.