CDU

Berlin, den 5. März 2002  029/2002

Zur Vorstellung des Gesamtkonzeptes in der Bio- und Gentechnologie des CDU Bundesfachausschusses Forschung und Innovation erklären Prof. Dr. Heribert Offermanns, Katherina Reiche MdB, Helmut Heiderich MdB, Prof. Dr. Hans Günter Gassen*:

Deutschland braucht ein Gesamtkonzept in der Bio- und Gentechnik

Die Bio- und Gentechnologie ist eine Leittechnologie der nächsten Jahrzehnte mit sehr breiten Anwendungsmöglichkeiten in Pharma und Medizin, in Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung und Umweltschutz. Derzeit ist die öffentliche Diskussion fo-kussiert auf den Teilbereich der Stammzellforschung. Nach der Entscheidung des Deutschen Bundestages zur Regelung des Imports humaner embryonaler Stammzel-len gilt es nun wieder verstärkt, die Bio- und Gentechnik in ihrer ganzen Breite ver-antwortbar voranzubringen. Die Schlüsselfaktoren für die Entwicklung der Biotechnik sind: erstklassige Forschung, Mobilisierung privater Mittel, Vernetzung der For-schung, gesellschaftliche Akzeptanz, Rechtssicherheit und Nachwuchsförderung.

Die Biotechnologiepolitik der rot-grünen Bundesregierung ist nicht ausreichend. Sie hat deutliche Schwächen und ist inkonsistent. Wichtige Querschnitts- und Schlüssel-felder, wie die Bioinformatik, kommen zu kurz. Die grüne Gentechnik wird ideologisch ausgebremst. In der Forschungsförderung fehlt die Planungssicherheit, sie stützt sich bisher zu sehr auf eher zufällige Wind-Fall-Gewinne, wie die UMTS-Mittel. Auch gibt es kein wirtschaftliches Rahmenkonzept, das den seit Mitte der 90er Jahre in einer großen Zahl gegründeten Biotechnologieunternehmen eine stetige und gesunde Ent-wicklung ermöglicht. Achillesferse des Bio- und Gentechniksektors in Deutschland ist der Fachkräftemangel. Es gibt nur punktuelle Maßnahmen der Nachwuchsförderung, aber kein abgestimmtes nationales Konzept. Ebenso ist die Frage des Umgangs mit den rasant steigenden Möglichkeiten der Gendiagnostik, insbesondere im Hinblick auf ihre Anwendung im Versicherungswesen und im Arbeitsleben, nicht geregelt. Der Bundesfachausschuss Forschung und Innovation der CDU legt ein Gesamtkonzept Bio- und Gentechnologie vor, mit dem der politische Rahmen abgesteckt wird für eine verantwortbare Entwicklung dieser Schlüsseltechnologie. Das Gesamtkonzept legt den Sachstand in den Forschungs- und Anwendungsfeldern der Bio- und Gentechnik sowie die Situation des Wachstumssektors Biotechnik in Deutschland dar und schlägt politische Maßnahmen für eine weitere positive Entwicklung vor.

Der Bundesfachausschuss Forschung und Innovation der CDU fordert:

*Zu den Personen:  
Prof. Dr. Heribert Offermanns ist Vorsitzender des Bundesfachausschusses Forschung und Innovation der CDU.
Katherina Reiche MdB ist Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gentechnik des Bundes-fachausschusses Forschung und Innovation und Mitglied des Bundesvorstandes der CDU
Helmut Heiderich MdB ist Mitglied der Arbeitsgruppe Gentechnik des Bundesfach-ausschusses und Sprecher für grüne Gentechnik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Prof. Dr. Hans Günter Gassen ist Mitglied der Arbeitsgruppe Gentechnik des Bundesfach-ausschusses, TU Darmstadt


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