"Wir freuen uns, Helmut Kohl in unseren Reihen zu haben".
Für viele Angehörige der Kriegsgeneration sei "ein Europa der Zusammenarbeit" ein Herzensanliegen, eine Vision gewesen, unterstreicht die CDU-Vorsitzende. Als Bundeskanzler habe Helmut Kohl vorgemacht, "wie aus der Vision eines jungen Mannes Realität für einen Kontinent werden konnte". Nicht ohne Grund habe Kohl die Visionäre als die eigentlichen Realisten bezeichnet. In besonderer Weise gehörte dazu das Vorantreiben der Aussöhnung mit Frankreich. So habe sein Gedenken mit Präsident François Mitterand über den Gräbern von Verdun seinen Willen verdeutlicht, zwischen den einstigen "Erbfeinden" dauerhaft Frieden zu schaffen. Nach dem Fall der Mauer trieb Bundeskanzler Kohl die deutsch-polnische Aussöhnung ebenso entschlossen voran.
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union belohnten Kohls Engagement für die europäische Einigung mit einer besonderen Würdigung: nach Jean Monnet ernannten sie ihn als zweiten Politiker zum "Ehrenbürger Europas". Denn Helmut Kohl hatte es verstanden, die "Wiedervereinigung von entscheidender Bedeutung für den europäischen Einigungsprozess werden zu lassen". Die Einführung des Euro am 1. Januar 1999 habe er als Krönung "seiner Friedenspolitik für Europa" empfunden.
In der Tradition Konrad Adenauers gehörten für Bundeskanzler Kohl Frieden und Freiheit zusammen. Diese Erkenntnis habe auch seine Deutschlandpolitik geleitet, unterstreicht Merkel. Um den Zusammenhalt der geteilten Nation ganz praktisch zu stärken, habe Kohl den Reiseverkehr ausgebaut, um nicht nur Rentnern einen Besuch in der Bundesrepublik zu ermöglichen. Während die SPD im Grundwertepapier mit der SED im Frühjahr 1987 gemeinsame Positionen ausgeleuchtet habe, habe Bundeskanzler Kohl bei einem Besuch Honeckers in Bonn an der Einheit der deutschen Nation festgehalten. Nur zwei Jahre später führte die friedliche Revolution in der DDR zum Fall der Mauer. Merkel dazu: "Mit allem Recht trägt Helmut Kohl den Ehrentitel ,Kanzler der Einheit'."


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