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17.05.2010 | Angela Merkel |

Europa / Finanzen

"Scheitert der Euro, dann scheitert mehr"

Nach der Verabschiedung des Rettungspaketes zur Stabilisierung des Euro gehe es nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel nun darum, Konsequenzen aus der Krise um die europäische Gemeinschaftswährung zu ziehen. Die eingeleiteten Maßnahmen bezeichnete Merkel erneut als alternativlos. "Wir müssen mit den Bürgschaftspaketen für Griechenland wie auch jetzt für die gesamte Eurozone sicherstellen, dass unsere gemeinsame Währung stabil bleibt. Damit schützen wir das Geld der Bürgerinnen und Bürger", so Merkel in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Trotz der intensiven Verhandlungen in den vergangenen Wochen hätten die gemeinsam verabredeten Maßnahmen nach den Worten Merkels aber auch gezeigt: "Europa steht zusammen". Nun gehe es darum, "die Probleme an der Wurzel zu bekämpfen", erklärte Merkel und forderte insbesondere "ein Ende der Schuldenmacherei - in Europa und in Deutschland" aus. Nicht zuletzt durch die Bekämpfung der Finanzkrise seinen riesige Haushaltsdefizite aufgelaufen. "Europa muss die öffentlichen Haushalte in den kommenden Jahren wieder ins Lot bringen und die Schulden abbauen", mahnte die CDU-Vorsitzende.

Das Problem nicht nachhaltiger Staatsfinanzen eines Landes könne man nicht durch zusätzliche Finanzierungen lösen, sondern nur durch mehr Einnahmen und weniger Ausgaben im Haushalt. "Aus diesem Grund habe ich darauf bestanden, den Internationalen Währungsfonds einzubinden und zunächst die Länder, die in Schwierigkeiten sind, zu verpflichten, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihre öffentlichen Haushalte in Ordnung zu bringen, bevor Hilfe von außen in Frage kommt", betonte Merkel.

Trotz der aktuellen Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro gehe es bei der Stärkung der gemeinsamen Währung aber auch darum, "ob mit der Währungsunion die ganze europäische Idee ins Wanken gerät. Denn wir wissen: Scheitert der Euro, dann scheitert mehr", sagte Merkel. Langfristig werde man die Stabilität des Euro nur sichern können, wenn Europa in der Finanzpolitik weiter zusammenrücke. "Das ist die eigentliche Konsequenz, die gezogen werden muss. Und bei einer solchen stärkeren Verzahnung der Haushalts- und Wirtschaftspolitik in Europa dürfen nicht die Schwächsten die Entschiedenheit bestimmen, sondern die Stärksten, damit es gelingen kann."

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