"Der Islamrat kann kommen, wenn die Vorwürfe geklärt sind"
"Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Aber die Vorwürfe wiegen so schwer, dass ich mit diesen Vertretern so nicht an einem Tisch sitzen will", erklärte der Bundesinnenminister in der "Süddeutschen Zeitung". Dies habe jedoch nichts mit den anderen muslimischen Verbänden zu tun, welche weiter herzlich willkommen seien.
Aufgrund der Ausstiegs-Überlegungen der anderen teilnehmenden Verbände erklärte de Maizière, er habe sich unter den Verbänden eine kritischere Haltung gewünscht, angesichts der Vorwürfe, die gegen Milli Görüs erhoben werden. Vielmehr müsse man es anders herum sehen: "Die Verbände sind in der Pflicht, aus den Vorwürfen gegen ihren Partner Islamrat Konsequenzen zu ziehen".
Angesichts der Kritik der muslimischen Verbände an der Zusammensetzung der Islamkonferenz, an der auch mehrere unabhängige Vertreter teilnehmen, machte de Maizière deutlich, man dürfe nicht vergessen, dass die Verbände nur etwa ein Viertel der in Deutschland lebenden Muslime repräsentieren. "Deshalb bildet die Zusammensetzung mit den unabhängigen Muslimen ein sehr kluges Mobile, das die Breite des muslimischen Lebens in Deutschland widerspiegelt", so der Bundesinnenminister. Ihm gehe es nicht um Quoten, "sondern darum, dass sich möglichst viele Muslime von der Deutschen Islamkonferenz repräsentiert fühlen. Wir wollen die Konferenz praktischer ausrichten, deshalb habe ich mehr Leute mit Praxiserfahrung eingeladen, wollte aber gleichzeitig die alten Mitglieder nicht als Bündnispartner verlieren".
Antrag des Bundesvorstandes der CDU Deutschlands an den 23. Parteitag am 15./16. November 2010 in Karlsruhe