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16.09.2009 | Angela Merkel |

Wahlen '09

Angela Merkel im 1LIVE Kanzlercheck

Warum spricht die Bundesregierung nicht von einem Krieg in Afghanistan? Warum tritt die CDU für längere Laufzeiten von Kernkraftwerken ein? Warum kann man Cannabis nicht legal erwerben? Allein im Gästebuch des WDR-Senders 1LIVE posteten die User mehr als 1000 Einträge. Am Mittwoch war es dann so weit: Eine Stunde lang beantwortete Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit 1LIVE Moderator Michael Dietz die Fragen der Hörer der jungen ARD-Radios im sogenannten "Kanzlercheck".
Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: Jens Becker (WDR) Im 1LIVE Kanzlercheck beantwortete Kanzlerin Merkel die Fragen junger Hörer aus ganz Deutschland. Foto: Jens Becker (WDR).

Eines der Themen, die in der Live-Sendung diskutiert wurden, betraf den Einsatz der  Bundeswehr in Afghanistan. Ein Hörer wollte wissen, warum die Bundesregierung nicht von einem Krieg spreche. Die Kanzlerin verwies auf ihre jüngste Regierungserklärung, in der sie den Begriff "Kampfeinsatz" verwendet habe. Denn bei einem "Krieg" gehe es immer um  eine völkerrechtliche Auseinandersetzung zwischen zwei Staaten. Deutschland kämpfe aber nicht gegen Afghanistan, sondern sei auf Grund einer Resolution der Vereinten Nationen und auf Wunsch der afghanischen Regierung vor Ort, um die Taliban zu bekämpfen und damit die Sicherheit im Land wiederherzustellen.

Kernenergie als Brückentechnologie

Auf die Frage, warum die CDU eine Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken anstrebe, antwortete Merkel, dass es noch Jahre dauern werde, bis die erneuerbaren Energien die Kernenergie vollständig ersetzen könnten. Solange die klimafreundlichen und kostengünstigen Alternativen noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar seien, müsse die Kernenergie als Brückentechnologie erhalten bleiben. In diesem Zusammenhang stellte die Kanzlerin klar, dass die Sicherheit oberste Priorität habe. Außerdem werde sie die Kernkraftwerksbetreiber dazu verpflichten, den größten Teil des zusätzlichen Gewinns aus der Laufzeitverlängerung zur Forschung im Bereich der erneuerbaren Energien und zur Senkung der Strompreise zu verwenden.

Gegen Zensur im Internet

Angesprochen auf ihre Lieblings-Internetseiten nannte Angela Merkel neben ihrer eigenen Homepage und www.cdu.de die Suchmaschine Google. Schließlich nutze sie das Internet als "digital immigrant" vor allem als Informationsmedium. Zugleich sprach sich die Kanzlerin klar gegen Zensur im Internet aus. Das bedeute aber keinen Freifahrschein für Kinderschänder. Sobald wehrlose Kinder in Gefahr seien, müsse der Staat eingreifen. Merkel erinnerte daran, dass die Bundesregierung bei der Vorratsdatenspeicherung eine europäische Richtlinie umsetze, die auf den positiven Erfahrungen der Spanier beruhe: Nach den Terroranschlägen auf die Madrider Vorortzüge hätten die Terroristen auf Grund der gespeicherten Handyverbindungsdaten rasch aufgespürt werden können. Auch wenn die Union keinen gläsernen Bürger wolle, müsse der Staat doch über die erforderlichen Mittel verfügen, um Verbrechen wirksam bekämpfen zu können.

Keine Legalisierung von Cannabis

Hörer Michael aus Stuttgart wollte wissen, ob die Legalisierung von Cannabis nicht auch ein Modell für Deutschland wäre? Dies lehnte die Kanzlerin mit Hinweis auf die Verführbarkeit gerade junger Menschen ab. Schließlich könne Cannabis als Einstiegsdroge missbraucht werden und zum Konsum härterer Rauschgifte führen.

Beim "Kanzlercheck" waren die Kandidaten Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel zum ersten Mal live in den jungen Radios der ARD zu Gast. Für die Aktion hatten sich die neun jungen Radios der ARD zu einer besonderen Art der politischen Berichterstattung zusammengeschlossen: Bremen Vier, DASDING, FRITZ, MDR Sputnik, N-JOY, on3-radio, YOU FM, 103.7 UnserDing und 1LIVE.

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