Innenminister Schäuble startete die Kampagne "Deutsch lernen - Deutschland kennen lernen". Foto: dpa
"Damit Kinder in Deutschland erfolgreich sein können, müssen auch die Eltern die deutsche Sprache beherrschen", betonte der Innenminister. Mangelnde Sprachkenntnisse machten es den Eltern oft unmöglich, sich in die schulische Gemeinschaft einzubringen, ihre Kinder in der Schule zu unterstützen und an ihren Erfolgen teilzuhaben. Um hier Abhilfe zu schaffen, können sich die Eltern in einem achtseitigen Magazin in deutscher, türkischer und russischer Sprache über das Angebot an Integrationskursen informieren. Wie das Innenministerium mitteilte, werden die Materialien Ende August an Schulen und Kindertagesstätten in ganz Deutschland versandt.
"Die Eltern motivieren, damit diese ihre Kinder motivieren"
Die Integrationsbeauftragte Böhmer wies darauf hin, dass viele Mütter und Väter aus Zuwandererfamilien Schwierigkeiten hätten, sich in unserem Bildungssystem zu orientieren. Deshalb sei die Information in den Eltern-Integrationskursen, wie Schule funktioniert, besonders wichtig. "Wir müssen die Eltern motivieren, damit diese ihre Kinder motivieren", sagte Böhmer.
In einem Interview des Südwestrundfunks warb die CDU-Politikerin zudem dafür, die Eltern-Integrationskurse direkt in den Schulräumen anzubieten. Obwohl die Kurse nicht die Lehrer selbst, sondern spezielle Träger durchführten, verbessere sich so der Kontakt zwischen Elternhaus und Schule. In diesem Zusammenhang appellierte Böhmer an die jungen Migranten, stärker als bislang den Lehrerberuf zu ergreifen. Viele zugewanderte Eltern rieten ihren Kindern nach dem Abitur dazu, Medizin, Jura oder Betriebswirtschaft zu studieren. Jugendliche aus Zuwandererfamilien, die sich für den Lehrerberuf entschieden, hätten jedoch große Chancen. "Sie sind wichtige Brückenbauer, wir brauchen mehr von ihnen", versicherte die Integrationsbeauftragte.