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26.05.2009 | A. Merkel, B. Neumann, M. Müller von Blumencron |

MediaNight 2009

Verantwortung der Medien in Zeiten der Krise

Die CDU will eine flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen erreichen. Jedermann müsse Internet und E-Mail nutzen können, forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der MediaNight 2009 am Dienstag in Berlin. Der Zugang zu den elektronischen Medien sei heute genauso wichtig wie ein Wasser- oder Stromanschluss. Aufgabe der Politik sei es dabei, die richtigen Anreize zu setzen, damit der ländliche Raum nicht ins Hintertreffen gerate. Jede Investition sei willkommen, damit Deutschland stärker aus der Krise herauskomme als es hineingegangen sei.
Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundeskanzlerin Merkel: "Einer unabhängigen und objektiven Berichterstattung kommt während der Krise große Bedeutung zu".

Ausdrücklich würdigte die CDU-Vorsitzende den diesjährigen Gastredner der MediaNight, Spiegel-Chefredakteur Matthias Müller von Blumencron. Unter seiner Führung habe sich Spiegel-Online zu einem Leitmedium entwickelt. Für diese Leistung sei er als "Medienmann des Jahres 2007" ausgezeichnet worden. Angesichts der Wirtschaftskrise sieht die Kanzlerin die Medien in einer besonderen Verantwortung. Vor allem einer "unabhängigen und objektiven Berichterstattung" komme jetzt eine große Bedeutung zu, beispielsweise wenn es um Berichte über Börsenkurse oder die Konjunktur gehe.

Müller von Blumencron: Guter Journalismus wird gerade in der Krise gebraucht

Diesen Ball nimmt Müller von Blumencron sogleich auf. Sollen die Medien beim Aufbau von Vertrauen helfen? Sollen die Journalisten aufkeimende Hoffnung fördern, indem sie Zweifel an der Politik nicht allzu weit schüren? Schließlich könne jede Kritik an der Politik die Krise weiter vertiefen. Im konkreten Fall der durch die Finanzkrise verunsicherten Sparer habe sich "Der Spiegel" eine besondere Zurückhaltung im Ton auferlegt, räumt Müller von Blumencron ein. Gleichwohl bleibt er dabei: Für Journalisten gebe es nichts Schlimmeres, als mit Politikern gemeinsame Sache zu machen. Nichts gefährde stärker die Glaubwürdigkeit und die Unabhängigkeit der Medien.

Müller von Blumencrons These lautet denn auch: Es gibt kaum bessere Zeiten für guten Journalismus als Krisen. Denn sie ermöglichen es den Medien, ihre Existenzberechtigung unter Beweis zu stellen, indem sie Politik und (Finanz-)Wirtschaft auf die Finger schauen, Ungerechtigkeiten aufdecken und den Menschen die Welt erklären, so wie sie wirklich ist. Voraussetzung für einen leidenschaftlichen, mitreißenden Journalismus bleibe eine leidenschaftliche, streitbare Politik. "Reißen Sie uns mit", ruft der Chefredakteur der politischen Klasse zu.

Neumann: "Google books" stoppen

Zu Beginn der MediaNight hatte Kultur-Staatsminister Bernd Neumann daran erinnert, dass die Medien als Kulturgut unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes stehen. Politik und Gesellschaft forderte er auf, dies auch in Zukunft zu beachten. In diesem Zusammenhang kündigte der Minister ein eigenes Leistungsschutzgesetz für Presseverlage in der kommenden Legislaturperiode an. Oberstes Ziel sei eine Medienordnung, die Meinungsvielfalt und Qualität sichere.

Unter dem Beifall der Besucher kritisierte Neumann scharf das Verfahren von Google, die Bücher amerikanischer Bibliotheken ohne Einwilligung der Autoren oder Rechteinhaber einzuscannen und ins Internet zu stellen Dies widerspreche den "fundamentalsten Überzeugungen von Urheberschutz und geistigem Eigentum sowie den Gesetzen in allen europäischen Ländern". Google schaffe so Fakten, die jetzt nachträglich durch einen Vergleich legitimiert werden sollen. "Das können wir nicht taten- und hilflos verfolgen", unterstrich der Minister. Deshalb werde die zuständige EU-Kommissarin Reding möglichst schnell konkrete Handlungsempfehlungen vorlegen.

Höhepunkt des Get Together war in diesem Jahr der Auftritt von "Adoro". Die fünf smarten Opernsänger Nico, Laszlo, Assaf, Peter und Jandy begeisterten mit ihrem gefühlvollen Klassik-Pop die Gäste von der ersten Minute.

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