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10.10.2008 | CDU | Dresden |

Perspektivkongress

Kultur bringt Wissenschaft, Wissenschaft bringt Arbeit

Die Bedeutung von Wissenschaft und Kultur für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Neuen Ländern war zentrales Thema des zweiten Forums auf dem Perspektivkongress in Dresden. Einigkeit herrschte von Beginn an, dass auch die so genannten weichen Standortfaktoren für Investitionen besonders wichtig sind. "Die Menschen müssen sich wohlfühlen, wenn sie investieren wollen oder sollen. Für das Lebensumfeld gehört hierzu immer auch ein umfassendes kulturelles Angebot", führte dazu Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Landes Sachsen, aus. Insofern gehörten Kultur, Spitzenforschung und Wirtschaftsförderung immer zusammen.
V.l.n.r.: Freya Klier, Stanislaw Tillich, Alexandra Gerlach, Volker ter Meulen V.l.n.r.: Freya Klier, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Alexandra Gerlach (Moderatorin, Deutschlandfunk), Prof. Dr. Volker ter Meulen (Leopoldina, Halle)

Einigkeit herrschte darüber, dass Kultur dazu beiträgt, Werte zu vermitteln. Menschen können aus Kultur Kraft schöpfen. Gerade in den ländlichen Regionen sei dafür auch künftig eine besondere Forderung nötig. Die Autorin und Regisseurin Freya Klier machte deutlich, dass Kultur im Kleinen beginne. Gerade in den ländlichen Räumen erwiesen sich für die Dorfgemeinschaft Vereine, vom Skatverein über Chor bis Sportverein Kultur, als identitätsstiftend.

Um mehr Spitzenkräfte in den Osten zu bekommen forderte Professor ter Meulen, Präsdent der Deutschen Akademie der Naturforscher, Leopoldina, die Bildung von Kompetenzzentren voranzutreiben: "Man braucht mehr als ein oder zwei exzellente Leute, damit Universitäten ein gutes Renommee bekommen."

Sachsen sei genau diesen Weg gegangen, so Tillich: "Man braucht eine gute Struktur und ein Umfeld, mit dem die Universität konkurrenzfähig sein kann." Die Vernetzung mit der Wirtschaft - von der Forschung über die Entwicklung zur Produktion - zahle sich aus. "Wir müssen anständige Ausbildung bieten, anständiges Umfeld, Optimismus und Perspektiven. Wissenschaft, Politik und Wirtschaft müssen Hand in Hand gehen. Dann kommen über all Cluster zustande, die international konkurrenzfähig sind."

Der Erfolg bestätige die Strategie: Im Osten gebe es heute so wenig Arbeitslose, wie zuletzt 1990. Es sei heute so attraktiv wie nie zuvor, in Sachsen auf die Sache nach Arbeitsplätzen zu gehen. Heute seien hervorragende Hochschulen und hochqualifizierte Abgänger ein wichtiger Grund für die Ansiedlung von Industrie und die Schaffung neuer Arbeitsplätzen im Osten. Allerdings sei die Vermarktung im Osten ausbaubar, Qualität und Umfeld seien in der Breite nicht überall bekannt.

Freya Klier informierte, dass sie immer wieder die Erfahrung machte, dass die Hochschulen in den Neuen Ländern unter einer oftmals unglücklichen Berichterstattung einiger Zeitungen litten: Die Zustimmung zur Linkspartei und oft geäußerte Klagen über Arbeitslosgkeit führten in vielen Fällen zu einer Entscheidung westdeutscher Jugendlicher gegen einen Studienplatz im Osten. Dabei sei de Stimmung in Thüringen und in Sachsen sehr gut - kommt aber im Westen oft nicht an.

Klier forderte, dass die inhaltliche Auseinandersetzung mit Linkspartei offensiver geführt werden muss. "Wir müssen Fehlinformationen zur DDR-Geschichte berichtigen." Für sich selbst habe sie den Satz formuliert: "Du sollst dich erinnern!" Sonst, so Klier, könne man weder die Gegenwart verstehen, noch die Zukunft richtig gestalten. Als ermutigend empfinde sie, dass Schüler in den Neuen Ländern sich zunehmend für die Geschichte der DDR interessierten. In Gesprächen an Schulen würden seitens der Schüler heute vermehrt auch Fragen zu den Fehlentwicklungen in der DDR und den Folgen für die aktuelle Situation in den Neuen Ländern diskutiert.

Sachsens Ministerpräsident Tillich sieht die Neuen Länder auf sehr gutem Weg:  Die Zusammenarbeit der Unis mit Wirtschaft liefe sehr gut. Es sei noch nicht alles so fest gefahren, wie in den Alten Ländern. Die Absolventen Ost fänden durchweg in ganz Deutschland Arbeitsplätze. Wenn es gelänge, dass die Arbeitperspektiven auch im Osten besser würden, dann kämen auch mehr Studenten direkt zum Studium in die Neuen Länder. Sein Fazit: "Es lohnt sich in Hochschulbildung und Kultur zu investieren."

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