"Wir wollen den Menschen in Tibet helfen"
Im Europäischen Parlament erwartet Pöttering daher Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Sommerspiele.
"Es wird solche Forderungen voraussichtlich geben, auch wenn ich jetzt nicht voraussagen kann, was das Parlament beschließen wird", erklärte Pöttering in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der chinesischen Führung sollte auf jeden Fall bewusst sein, dass die Möglichkeit eines Boykotts - "in welcher Form auch immer" - bestünde, wenn sie ihre Politik in Tibet nicht ändert.
Ein möglicher Boykott sei jedoch "kein Selbstzweck". Zentrales Ziel bleibe es, den Menschen in Tibet zu helfen. Daher sei es zu früh, sich in dieser Frage festzulegen. "Wir heute sagen, wir boykottieren auf keinen Fall, ist das ein Freibrief für die Führung in Peking. Eine jetzige Festlegung auf einen Boykott wäre aber noch schlechter: Dann beraubten wir uns jeder Einflussmöglichkeit zugunsten der Tibeter", warnte Hans-Gert Pöttering.
Dennoch stelle niemand stellt die territoriale Souveränität Chinas in Frage. "Aber die jetzige chinesische Politik gefährdet die kulturelle und religiöse Identität der Tibeter", mahnte Pöttering. Es sei jedoch unabdingbar, diese zu respektieren. Daher könne man nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, unterstrich Pöttering.
