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30.03.2006 | Ursula von der Leyen

Familienpolitik

Jährlich eine Milliarde Euro zusätzlich für das Elterngeld

Angesichts der dramatischen Folgen des demografischen Wandels auf unsere Innovationskraft will die Bundesregierung gezielt in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands investieren. Familienministerin Ursula von der Leyen kündigte am Donnerstag bei den Haushaltsberatungen im Bundestag an, die Große Koalition werde für die Jahre 2007 bis 2009 einen jährlichen Zusatzbetrag von einer Milliarde Euro für das Elterngeld zur Verfügung stellen. "Junge Menschen sollen am Anfang gezielt Hilfe erfahren, wenn sie Mut zum Kind haben", betonte die CDU-Politikerin.

Von der Leyen verwies darauf, dass die Regierung mit dem Elterngeld die Familienzeit in einer ganz entscheidenden Phase finanziell absichere. Es nehme "Angst vor ökonomischen Schwierigkeiten unmittelbar nach der Geburt eines Kindes" und wirke Armutsrisiken entgegen. Außerdem erkenne das Elterngeld die Leistung von Familien an und schaffe mehr Gerechtigkeit für Eltern.

Des Weiteren kündigte die Ministerin die Einführung eines "Frühwarnsystems" an, das Kinder rechtzeitig finden und schützen soll, die mit ihren Eltern in eine Situation der Erziehungsohnmacht, sozialen Isolation oder Verwahrlosung zu geraten drohen. Für diese Kinder soll ein enges Hilfenetz aus Hebammen, Familienhelfern, Kinderärzten sowie der Kinder- und Jugendhilfe geknüpft werden. Für dieses wichtige Vorhaben sollen in den nächsten fünf Jahren zehn Millionen Euro bereitgestellt werden, erklärte die CDU-Politikerin. Modellprojekte auf Bundesebene würden bereits im Herbst starten. Dazu werde ein Servicebüro eingerichtet, das die Aktivitäten in den Ländern und an den Modell-Standorten koordinieren soll.

Um das soziale Kapital der älteren Menschen zu mobilisieren, will die Bundesregierung mit Mehrgenerationenhäusern das Prinzip einer Großfamilie in einer modernen Form ermöglichen, sagte von der Leyen. Ziel sei es, ein Mehrgenerationenhaus "als Modell in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt in Deutschland" zu schaffen. Dafür gebe es an vielen Orten schon positive Anknüpfungspunkte, fügte die Ministerin hinzu. Die Mehrgenerationenhäuser müssten zumindest drei Funktionen verbinden: Sie sollen Jung und Alt zusammenführen, Dienstleistungen und Beratung anbieten und zugleich Menschen jeden Alters für bürgerschaftliches Engagement gewinnen.

 

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